Bleib fern

When God comes too close it's brutality.

"Aber hör' einen Augenblick zu. Ich spreche nicht von der Zukunft. Ich spreche von einer immerwährenden Gegenwart. Und das bedeutet, dass es die Hoffnung nicht gibt. Denn sie ist nicht länger eine verschobene Zukunft. Sie ist das Heute. Weil der Gott keine Versprechungen macht. Er ist viel größer als das. Er ist, und hört niemals auf, zu sein. Wir sind es, die dieses stets gegenwärtige Licht nicht ertragen. Und dann verschieben wir es auf später, nur um es nicht schon heute, nicht sofort zu spüren. Die Gegenwart ist das Antlitz des Gottes. Die Erkenntnis, dass wir Gott sehen noch während wir leben flößt uns Entsetzen ein. Und Gott sehen wir sogar mit offenen Augen. Wenn ich das Antlitz der Wirklichkeit auf die Zeit nach meinem Tod verschiebe, so aus reiner List, weil ich es vorziehe, in der Stunde, in der ich ihn sehe, tot zu sein, auf diese Weise glaube ich, dass ich ihn nicht richtig sehen werde, genauso wie ich auch nur dann, wenn ich schlafe, den Mut habe wirklich zu träumen. Ich weiß, dass das was ich spüre gefährlich ist und mich zerstören kann. Denn es ist als überbrächte ich mir die Nachricht, dass das Himmelreich bereits jetzt ist. Ich aber will diesen Ort der ewigen Seligkeit nicht. Ich will ihn nicht, ich ertrage nur seine Verheißung. Diese Nachricht, die ich mir selbst überbringe, klingt mir nach Unheil und erneut nach dem Dämonischen. Aber nur aus Angst. Es ist Angst. Denn auf die Hoffnung zu verzichten heißt, dass ich anfangen muss zu leben. Und nicht nur: mir das Leben zu versprechen."